Als Studentin in Groningen hatte Irene Japenga einen Nebenjob in der Postzustellung. Alle zwei Wochen stellte sie die Post im Lauwersmeer zu und verliebte sich sofort in dieses wunderschöne Gebiet, die Ruhe, den Raum, die wunderschönen Himmel. Ursprünglich aus Maastricht stammend, lebt Irene jetzt in Vierhuizen, wo sie zusammen mit ihrem Mann Marten ein B&B mit 4 Zimmern und ein Ferienhaus mit Sauna, direkt neben dem Nationalpark Lauwersmeer, betreibt. Neben ihren Aktivitäten für das B&B ist Irene im Vorstand von Promotie Waddenland, einer Regionalmarketingorganisation.

Erkunder

An einem schönen Tag spazierte Irene mit einem Bekannten über den schmalen Wanderweg durch den Kollumerwaard, als plötzlich ein Konikpferd vor ihnen stand: „Das Tier schaute uns forschend an und ging nicht zur Seite. Nach einigen Minuten machte das Pferd ein paar Schritte zur Seite und begann weiter zu grasen. Wir hatten das Gefühl, dass wir vorbeigehen durften. Dann fassten wir uns ein Herz und gingen sehr vorsichtig direkt am Pferd vorbei. Das war ziemlich spannend. Als ich diese Geschichte später dem Förster erzählte, meinte dieser, dass dieses Pferd ein Erkunder der Herde sei und unseren Besuch offenbar genehmigt hatte. Das hat mich sehr gefreut. Dass Mensch und Tier sich doch Raum geben und ich dankbar sein darf, dort zu sein und die Natur zu genießen.“ 

Irene und Marten gehen häufig und gerne mit dem Hund spazieren im Nationalpark: „Den Kopf wieder freimachen. Und es ist in jeder Jahreszeit schön und doch anders. Aber der Frühling ist doch der Favorit. Alles erwacht wieder zum Leben. Erwartungsvoll auf die ersten blühenden Orchideen warten. Aber auch die Pilze im Herbst finde ich fantastisch. Ich bin ein echter Bodenschauer. Ich finde es herrlich, am Wasser der Zoutkamperril zu sitzen. In aller Ruhe die Geräusche genießen, die Boote, die vorbeifahren und die wunderschönen Himmel. Immer wenn ich dort bin, überkommt mich ein herrliches Urlaubsgefühl und ich fühle mich frei. Und das fast in meinem Hinterhof!” 

Irene Japenga

Dunkler Himmel Park


Irene denkt viel über das Gebiet und seine Zukunft nach: „Wir müssen dafür sorgen, dass die wunderschöne Natur erhalten bleibt und wir sie jetzt und in Zukunft weiterhin genießen können. Darauf müssen wir volle Aufmerksamkeit richten. Und das ist eine große Herausforderung, denn ich sehe eine Reihe von Bedrohungen auf das Gebiet zukommen. Für mich steht die Natur im Vordergrund und gemeinsam müssen wir das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur kontinuierlich bewahren. Ich finde es sehr gut, dass wir als Bewohner hier einbezogen werden. Ich habe jedoch noch einen konkreten Wunsch: Mülltonnen an allen Parkplätzen im Nationalpark. Hoffentlich kann das zu weniger Abfall beitragen.“

„Ich finde es auch sehr schön, dass das Lauwersmeer ein Dark Sky Park ist. Wir sehen, dass dies vor allem jüngere Menschen anspricht und somit ein anderes Publikum in die Gegend bringt. Ich sehe überhaupt, dass sich die Jugendlichen generell bewusster und aktiver mit Natur und Nachhaltigkeit beschäftigen.“